Warn-App NINA

 

Die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickelte und kostenlose Notfall-Informations- und Nachrichten-App NINA wird zur amtlichen Warnung und Information der Bevölkerung in Gefahrenlagen eingesetzt. Ob Gefahrstoffausbreitung, Trinkwasserverunreinigung oder Großbrand – über NINA erhalten Sie rund um die Uhr schnelle und gesicherte Informationen über Gefahrenlagen. Darüber hinaus werden auch Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserinformationen der Hochwasservorhersagezentralen in die Warn-App eingespeist. Das Land Baden-Württemberg warnt über NINA vor Gefahrensituationen und versorgt die Bürgerinnen und Bürger mit konkreten Handlungsempfehlungen. NINA ist die App, die flächendeckend in ganz Baden-Württemberg von den zuständigen Behörden der Gemeinden, Städte, Kreise und des Landes zur amtlichen Warnung eingesetzt werden kann.

Über NINA können Sie sowohl Warnungen für bestimmte Orte erhalten, beispielsweise Ihren Wohn- oder Arbeitsort, als auch Meldungen für Ihren jeweils aktuellen Standort empfangen. Alle Warnmeldungen können auf Wunsch als Push-Benachrichtigung empfangen und mit einem Warnton versehen werden. Damit kann NINA die Menschen in allen Lebenslagen auf eine Gefahrensituation aufmerksam machen, sozusagen „wecken“. NINA ist damit die „Sirene für die Hosentasche“.

Die Warnmeldungen enthalten neben Informationen zur konkreten Gefahrensituation auch entsprechende Handlungsempfehlungen, beispielweise, dass Türen und Fenster bei einem Brand aufgrund von Rauchgasen geschlossen zu halten sind.

Neben der Warnfunktion bietet NINA auch Tipps und Empfehlungen zu richtigem Verhalten in Gefahrensituationen. Seit einiger Zeit bietet die Warn-App NINA auch aktuelle und hilfreiche Informationen zur Corona-Pandemie. So kann sich die Nutzerin bzw. der Nutzer der App für abonnierte Orte und, sofern aktiviert, den aktuellen Standort in NINA über lokal geltende Corona-Regelungen informieren.

Weitere Informationen zur Warn-App NINA finden Sie auf der Internetseite des Innenministeriums unter www.im.baden-wuerttemberg.de (Rubrik Sicherheit / Warnung der Bevölkerung) oder www.bbk.bund.de/NINA.

NINA kann in den App Stores kostenlos heruntergeladen werden.

Quelle: Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen

Einblick in die Arbeit der Integrierten Leitstelle

Integrierte Leitstelle
Disponentinnen und Disponenten der Leitstelle in Ladenburg bei der Arbeit.

„Feuerwehr und Rettungsdienst. Wo genau ist der Notfallort?“ So beginnt fast jede Notrufannahme, berichtet Dirk Kühnberger, Disponent der Integrierten Leitstelle (ILS) Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis gGmbH.

Die zentrale Aufgabe von Dirk Kühnberger und seinen 46 Kolleginnen und Kollegen ist die Entgegennahme von Hilfeersuchen über die europaweite Notrufnummer 112 sowie die anschließende Alarmierung der entsprechenden Rettungsmittel und Hilfsorganisationen. Hierzu zählen unter anderem der Rettungsdienst, die Feuerwehr, Katastrophenschutzeinheiten sowie Krankentransporte.

„Man muss hier oft einen kühlen Kopf bewahren“

Alle Disponentinnen und Disponenten haben Erfahrungen im Bereich des Rettungsdienstes oder der Feuerwehr und sind hierdurch auf neue und unbekannte Situationen bestens vorbereitet. „Die Bandbreite an Aufgaben ist sehr groß, man muss hier oft einen kühlen Kopf bewahren beim Verarbeiten der Informationen und gleichzeitiger Beruhigung und Beratung des Gegenübers“, erklärt Kühnberger. Die Leitstelle ist auch während der Corona-Pandemie mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Sie ist ein wichtiger Baustein der kritischen Infrastruktur der nicht polizeilichen Gefahrenabwehr insbesondere zur Sicherstellung der Notrufbearbeitung und Disposition der erforderlichen Rettungsmittel der verschiedenen Hilfsorganisationen.

Über 1.300 Rettungsmittel-Einsätze im Zusammenhang mit Covid-19

So wurden seit Beginn des Jahres in der Leitstelle in Ladenburg insgesamt 84.429 Notrufe entgegengenommen (Stand der Zahlen: Stichtag 21.10.2020). Infolgedessen wurden 50.625 Mal Rettungsmittel und bei circa 4.200 Einsätzen die Feuerwehren des Kreises alarmiert. Alleine 1.375 Rettungsmittel-Einsätze erfolgten im Zusammenhang mit Covid-19 – etwa, wenn erkrankte Personen zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus gebracht werden mussten. „Zur effektiven und schnellen Koordinierung und Bündelung von Kapazitäten haben wir bereits in einem sehr frühen Stadium der Pandemie an der Uniklinik Heidelberg eine Koordinierungsstelle für Anfragen der Leitstelle und anderer Kliniken eingerichtet“, erläutert Stefanie Heck, Leiterin der Integrierten Leitstelle.

Auch innerhalb der ILS wurden zur Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes verschiedene organisatorische Maßnahmen ergriffen. So wurden die Dienstgruppen umorganisiert, um ein Aufeinandertreffen und damit eine Durchmischung aller Kolleginnen und Kollegen zu verhindern. In einem Hygienekonzept wurde – neben weiteren Hygienemaßnahmen – ein spezielles Zugangskonzept entwickelt und umgesetzt. Nicht nur diese Maßnahmen, sondern auch das Verhalten der Anrufer haben die tägliche Arbeit in der Leitstelle während der Pandemie verändert: „Viele Menschen hatten Angst, sich im Krankenhaus mit dem Coronavirus zu infizieren“, sagt Dirk Kühnberger. Häufig sei der Notruf auch aus reiner Verunsicherung getätigt worden. Der Disponent berichtet, dass die Mitarbeitenden der Leitstelle den Anrufern gerade dann oftmals beratend zur Seite stehen und diese an das Gesundheitsamt oder den behandelnden Hausarzt verweisen konnten.

Wichtiger Beitrag für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger

In diesem Zusammenhang dankt die Dezernentin für Sicherheit und Ordnung des Landratsamtes Rhein-Neckar-Kreis, Doreen Kuss, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Integrierten Leitstelle Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis gGmbH für die Unterstützung und das Verständnis zur Umsetzung der notwendigen Maßnahmen: „Gerade in Zeiten dieser Pandemie leisten sie einen ausgesprochen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger – herzlichen Dank!“

Quelle: Rhein-Neckar-Kreis